Umfragenauswertung zum Coming-Out

29.
Dez
2013
Das Coming-Out ist ein sehr persönliches und individuelles Thema. Ich habe vor einiger Zeit dazu eine Umfrage gestartet. In dieser wurden Homo-, Trans- und Heterosexuelle Menschen zu ihrem jeweiligen Outing befragt.

Die Zeit des Outings ist mit die schwerste für jeden Homosexuellen. Wie nehmen die Freunde das Outing auf? Was sagen die Eltern dazu? Wie weit beeinflusst mein Coming-Out meinen Beruf? Oder meinen Glauben? Fragen die einem die Nerven aufreiben können. Viele haben in dieser Zeit furchtbare Angst, fühlen sich unwohl in ihrer Haut und allein gelassen. Der erste und entscheidende Schritt ist, sich selbst klar zu sein WER man ist.

In meiner Umfrage wurden Freunde, Geschwister und Eltern gleich oft als Ansprechpartner genannt. Viele berichteten von positiven Erlebnissen. Die Angesprochen nahmen es gelassen auf und oft wurde gesagt, man hätte es sich eh schon gedacht.

Leider gab es auch einige, die von keinem positiven Erlebnis berichten konnten. Diese schrieben, dass sie wurden regelrecht rausgeworfen wurden, aber nicht nur aus dem Haus, sondern aus dem Leben der jeweiligen Personen. Man sei gestorben, man sei krank oder unnormal, wurde oft gesagt.

Aber warum? Was hat sich an der Person geändert? Nur weil diese über seine Gefühle und ihre Orientierung  gesprochen hat, ändert sich der Mensch nicht. Es ist die gleiche Individualität, wie vor dem Aussprechen. Mit diesen Reaktionen wurde es nur umso schwerer, sich gegenüber anderen Menschen zu öffnen. Viele haben heute noch durch dieses Erlebnis Angst oder brauchen sehr lange um jemanden zu vertrauen.

Es gibt kein Rezept oder eine Regel nach der man sich outen kann. Das Einzige, was die Person tun kann, ist sich auf alle Reaktionen vorzubereiten. Meiner Meinung nach, ist es das Beste immer mit dem schlimmsten zu rechnen. Denn dann kann einen nichts mehr überraschen. Und Hilfe kann man sich von vielen Stellen holen, diese stehen mit vielen Ratschlägen und Tipps zur Seite. Das Wichtigste ist daran zu denken, dass Du nicht alleine bist. Es gibt viele Menschen, die genau das Gleiche durchmachen wie Du. Und wenn man nicht alleine ist, dann braucht man auch nicht solche Angst zu haben, oder?

Für die heterosexuell-Befragten war der Fragebogen etwas befremdlich. "Wieso mussten wir uns Outen?" "Wie ist das gemeint: 'Ab wann wussten wir das wir hetero sind?'" Die Fragen waren für diese Personengruppe schwer zu beantworten, denn sie hatten sich nie überlegt, mal anders betrachtet zu werden, dass man ihre Sexualität hinterfragen und in Frage stellen würde. Ihrer Ansicht nach, war „hetero“ zu sein NORMAL. Durch den Fragebogen wurden sie mit einer anderen Sichtweise konfrontiert, denn wieso müssen Homosexuelle sich outen? Warum müssen wir entscheiden, ab wann wir wen lieben? 

Egal ob "hetero" oder "homo", jeder sollte sich vor Augen halten, dass ein Mensch geliebt wird, egal ob Frau oder Mann.