Homosexuelle im Beruf

15.
Sept
2013
Vor einiger Zeit fragte mich ein Vereinsmitglied, ob ich mal etwas über Homosexuelle im Berufsleben schreiben könnte. Diesem Wunsch komme ich nun nach.

Das Thema "Homosexuelle in der Arbeitswelt" ist sehr breit gefächert. Es gibt zahllose Beispiele, wie die Homosexualität und der Beruf nicht miteinander zu vereinbaren sind. Genauso viele beweisen aber auch das Gegenteil.

Als ich mich selbst an meinem Arbeitsplatz geoutet habe, hatte ich ein ungutes Gefühl. Meine Kollegen redeten nicht gerade nett über Homosexuelle. Am Anfang hab ich sehr mit mir gerungen, machte mir viel zu viele Gedanken. Irgendwann sagte ich mir, „entweder sie kommen damit klar oder eben nicht“. Überraschenderweise kamen sie besser damit klar, als gedacht. Erst mal wurde ich ausgefragt wie das so ist, wie lange ich es weiß und so weiter. Nach einiger Zeit war es kein Thema mehr und es war halt einfach so. Letzten Endes hatte ich ein gutes Outing am Arbeitsplatz. Für viele Andere läuft es nicht so gut.

Ob jemand sich in seinem Beruf outen will, bleibt jeder Person selbst überlassen. Ein Risiko ist immer vorhanden, dass das Outing falsch aufgefasst oder gedeutet werden könnte. Ich bekomme oft gesagt das kirchliche Institutionen sehr abweisend zu Homosexuellen sind. Bei diesen Institutionen sollte man allerdings annehmen dürfen, dass sie freundlich und gleichberechtigt auf jeden Menschen zugehen sollten. Auch direkte Gewalt nach einem mehr oder weniger vermeintlichen Outing, wurde mir berichtet.

In anderen Berufen, wie zum Beispiel Designer/in, Haarstylist/in, Modeberater/in, Moderator/in oder Krankenpfleger/in ist es Gang und Gebe das Homosexuelle ihrem Beruf nachgehen, sagt die Gesellschaft. Einige Berufe, wie KFZ-Mechaniker/in, sind laut der heutigen Gesellschaft natürlich heterogene Berufe, in der Homosexuelle doch gar nicht vorkommen können.

Doch warum kann ein Schwuler oder eine Lesbe nicht auch eine taffe KFZ-Mechanikerin sein? Wer setzt diese Grenzen? Nicht nur die Gesellschaft, auch in der Szene wird Mann oder Frau belächelt, wenn sie oder er keinen homosexuellen Beruf ergriffen hat. Vielleicht sollten sich jeder einmal Gedanken zu seinem Beruf machen und sich überlegen ob er oder sie nicht selbst in beruflichen Schubladen denkt.