CSD Mittelhessen 2015

29.
Aug
2015

Heiß war es am letzten Augustwochenende. Heiß war aber nicht nur das Wetter, auch die Demonstrantinnen und Demonstranten, die durch die Gießener Innerstadt zogen um für LGBTQ*-Rechte zu demonstrieren waren von luftig-leicht bis fast gar nicht gekleidet und haben die Blicke der Passanten auf sich gezogen. Die 250 bis 300 Teilnehmerinnen zogen zumeist friedlich vom Rathaus übers Neustädter Tor, durch die Bahnhofstraße zum Kirchenplatz.

Nur wenige Passanten ließen unpassende Kommentare los, welche unflätig gekontert wurden: Sympathisanten zur Putin-Politik oder Holocaust-Befürworter sind eher in der Unterzahl bzw. haben sich zurückgehalten. Größere, wahrnehmbare Rechte Einflüsse gab es auf der Strecke keine.

Die unterschiedlichsten Forderungen wurden von getragenen Plakaten und Transparente in Mittelhessen kundgetan – die Aussage eines jeden muss jeder für sich selber bewerten, waren manche doch sehr linksgerichtet. Wir haben unten einige zur Auswahl in der Bildergalerie.

Nach eineinhalb Stunden kam der Demo-Zug an den Kirchenplatz, wo dann ab 14 Uhr die Band „champaign like clockwork“ den Auftakt zum Straßenfest machte. Die anschließende Begrüßung von Anne Lenhardt (CSD Mittelhessen e.V.), den „Schwestern“ und der Oberbürgermeisterin und Schirmherrin Frau Grabe-Bolz zogen sich etwas dahin, aber Danksagungen an die vielen Helferinnen und Helfer kann man nie genug geben.

Weitere Bands – siehe Programmheft – und der Polittalk sorgten neben den Entertaineinlagen der „Schwestern des O.S.P.I.“ für ein volles und abwechselndes Bühnenprogramm. Der Polittalk lässt sich zusammenfassen: „“.

Interessanter waren die Worte von Tarek und Holger (beide Aidshilfe Marburg bzw. Gießen e.V.) zum aktuellen Flüchtlingsthema: Die Verfolgung von „Queren Menschen“ im Heimatland inklusive der damit einhergehenden Problematik in Flüchtlingsunterkünften (Mobbing, Terror, Morddrohungen, Missachtung) waren ein Thema an dem sich zwei Russen im Exil mit Dolmetscher beteiligten.

Neben dem Bühnenprogramm gab es die Infostände, welche von verschiedenen Parteien (SPD Jusos, Die Linke, Die Grüne), den „Rain Bows Aschaffenburg“, Hand in Hand e.V., „Autonomes queer-feministisches Frauenreferat“ & „Schwulen-Trans*-Queer-Referat“ im AStA der JLU Gießen, Amnesty International und MARGAYS e.V. Wir haben neben den Informationen über MARGAYS auch Bilder von Menschen direkt gedruckt und kostenlos mitgegeben.

Den Ausklang des CSD Mittelhessen 2015 machte die Party im Irish Pub, die sich dem fröhlicheren Teil widmen durfte – ist der CSD selbst ja eine politisch-motivierte Aktion. Wir von MARGAYS e.V. hatten unseren Spaß und freuen uns, was in Zukunft in Mittelhessen umgesetzt wird.

Dora Dyna'maid:
„Mein Kampf um Befreiung heißt Emanzipation“

Tarek von der Aidshilfe Marburg und „Hessen ist Geil!“ hielt auf dem CSD eine Rede. Der Wortlaut ist hier zu lesen, die Audio-Version könnte ihr unten anhören:

Tarek aka Dora

Der CSD Mittelhessen 2015 in 100 Bildern

Programmheft

Verwendete Musik: Koloto – Fox Tales (CC BY-NC-SA)