Die Pille davor

15.
Juli
2014
Braucht man bald keine Angst mehr davor zu haben sich mit HIV anzustecken?

Die WHO hat Empfehlungen heraus gegeben, in denen heißt es, dass sogenannte Risikogruppen – z.B. Drogenabhängige, Escort oder Homosexuelle – eine Präexpositions-Prophylaxe durchführen sollen, damit das Risiko HIV zubekommen gesenkt wird. Das Mittelchen namens Truvada soll es schon in Amerika möglich machen.

Das bedeutet im Klartext: Homosexuelle Menschen sollen vorsichtshalber schon mal ein Anti-Aids-Mittel nehmen, bevor überhaupt etwas passiert ist. Aber: Die Pille ist kein Freischein. Ein Kondom muss trotzdem benutzt werden.

Gerade weil dieses Medikament Menschen in falsche Sicherheit wiegen kann: Bis zu 70% soll das HIV-Risiko gesenkt werden. Aber was ist mit den anderen 30% potenzieller Gefahr? Und wieviel Schutz bietet die „Pille davor“ vor anderen Infektionskrankheiten? Syphilis, Gonorrhoe, Chlamydien oder Hepatitis C, et cetera sind durch das Medikament nicht abgedeckt und es besteht Infektionsgefahr.

In einer Beziehung, in der einer der beiden Partner HIV positiv ist und der andere negativ, mag diese (zusätzliche) Prophylaxe noch Sinn ergeben. Doch die Idee daraus ein Massen-Medikament zu machen ist irrsinnig. Wer die Kosten für dieses Medikament übernehmen soll ist noch ungeklärt, auch die zu erwartenden Nebenwirkungen sind langfristig noch unbekannt.

Bevor Du also die eine solche Pille – wann auch immer diese auf den Markt kommt – verschreiben lässt oder besorgst, wende Dich lieber zusätzlich noch an Deine örtliche Aidshilfe.